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BRANDNEU!
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01. Proklamatio
1:23
T: Jörg von Winterfeld
02. Falkenlied 3:40
M: Mönch
von Salzburg (14. Jh.), T: Mönch von Sazburg, M. Bingler
03. Viel liebe Grüße 3:22
M,T: Oswald
von Wolkenstein (1377-1445)
04. Der Wasserkrug 4:04
M,T: Trad.
(Flugblatt 1530), M.letzter Teil: Trad. "Gretchen Tanz"
05. Wo der Dudelsack brummt 2:43
M: Johann
Sebastian Bach (1685-1750)
06. Lomir sich iberbetn 3:54
M,T: Trad.
jiddisch
07. Wir schnitten die Saaten 3:07
M: M. Bingler,
T: Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898) / M. Bingler
08. Zenner Greyner 1:32
M: Glogauer
Liederbuch (1480)
T: Glogauer
Liederbuch / Paul Hofhaimer (1459-1537) / M. Bingler
09. Bayrisch Welscher Bauerntanz 3:24
M: Heckels
Lautenbuch 1562 / Hans Neusiedler (1508-1563)
10. Vier Musikanten 3:57
M,T: Trad.
/ T. Bearb.: M. Bingler
11. Vergangen ist der Winter 4:16
M,T: Carmina
Burana (13. Jhd.) / T. Bearb.: M. Bingler
12. Narrenschiff 1:55
T:
Das Narrenschiff von Sebastian Brant (1457-1521)
Leser:
Harald Peinske
13. Ramnasouli 3:23
M: Marco
Cziba
14. Drei Zigeuner 4:26
M,T: Trad.
Nicolas Lenau (1802-1850) / M. Bingler
15. Klatsch von Heuer 2:44
M,T: Anonym
(16. Jh.) / M. Bingler 15.
Der Leiermann 5:08
M: Franz
Schubert (1797-1828) / T: Wilhelm Müller (1794-1827)
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Bestellung
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Aufgenommen Dezember 2002 / Januar 2003 in den Hansa-Haus-Studios
Bonn-Beuel, neue Edition 2006 remasterd und
mit 16-Seiten Booklet!
Altes Cover |
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01.
So treiben wir den Winter aus 3:23
M: Trad./M.Bingler,
T: Trad. 1584/M.Bingler
02. Im Maien 2:28
M:/T:
Ludwig Senfl, 16. Jh.
03. Mazurek 3:16
M: Trad.
Masuren
04. Schneiders Hochzeit 3:13
M: Trad.,
Horst Grimm T: Trad. Mecklenburg
05. Phyllis im Garten 6:16
M:/T:
Trad. Franken
06. Die Schwartenhäls 3:54
M: Carmina
Burana, 13. Jh. T: M.Bingler / Trad.
07. Branle d´Ecosse Oriental 3:25
M: Thoinot
Arbeau1 1598 / M. Bingler
08. Tog ojs, Tog ajn 3:37
M: Trad./
M. Cziba T: Trad. Jiddisch
09. Flammenreiter 2:45
M:/T:
M. Bingler
10. Schmähet nicht die Jugend 2:32
M: M.
Bingler T: Georg Herwegh 1840
11. Die Bauern von St. Pölten 3:26
M :/T:
Trad.Österreich. 17. Jh.
12. Der Schnitter 4:07
M: Trad.,
T: Flugblatt von 1638
13. Pusemuckltanz 4:48
M: M.
Bingler, R. Jungmann
14. Mein Michel 4:49
M: Trad.
T: Trad. / M. Bingler
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Bestellung
unter:
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Aufgenommen Dezember 2000 / Januar 2001 in den Hansa-Haus-Studios
Bonn-Beuel, neue Edition 2006 remasterd und
mit 16-Seiten Booklet!
Altes cover |
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01. Rattenfänger
2:26
M: M.Bingler, T: Trad.
02. Hier im Ort 3:14
M: Trad.,
T: Trad. um 1844, M. Bingler
03. Ecco la prima vera / La Rotta 3:39
M: Italien,
14 Jh.
04. Als Lumpen tun wir fahren 2:32
M: Trad.,
T: M. Bingler nach trad. Vorlagen
05. Komm mein Liebchen, komm 3:44
M,T:
Trad. um 1600, nach Bearbeitung von J. Brahms
06. Schab ab 1:44
M: Trad.
um 1600
07. Gerechtigkeit ist teuer 3:56
M,T:
M. Bingler
08. Bauer is´a Bauer 4:20
M: Trad.,
T: Trad. um 1780, M. Bingler
09. Skudrinka 3:10
M: Trad.
Mazedonien
10. Unterm Lindenbaum 2:31
M: Cantiga
de Santa Maria, Spanien, 13 Jh., T: M. Bingler
11. Der König und der Bettler 2:57
M,T:
M. Bingler
12. Henkersbuben 2:38
M: Trad.,
T: Trad. (Dreißigjähriger Krieg), M. Bingler
13. Dervish 3:16
M: M.
Bingler, nach galizischen Vorlagen
14. Mönch und Nonn 3:54
M,T:
Trad. um 1669
15. Lumpensammler 3:37
M,T:
Trad. um 1848
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Rezensionen zur CD
"Das Narrenschiff"
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Das dritte Album der Formatio Spectaculatius sprüht nicht nur vor eingängigen mittelalterlichen Melodien, sondern auch vor Charme und Witz der vier Musiker. Der Albumtitel ist kein Zufall - die Moralsatire "Narrenschiff" aus dem 15. Jahrhundert galt als das erfolgreichste Buch vor der Reformation, alles und jeder wurde buchstäblich zum Narren gemacht. Mit historischen Tänzen und frechen Liedern ist das "Narrenschiff" eines der Highlights im Mittelalter-Sommer 2006.
DAS EULENTHAL Musik und Mittelalter Magazin
Willkommen auf dem Narrenschiff – zu einer Fahrt voller Ironie, Sarkasmus, geplagten Seelen und listigen Gesellen. Doch auch zu einem Trip durch die Zeit mit lustigen Anekdoten und witzigen Poenten. Die Spielleute Spectaculatius laden mit ihrem dritten Album „Das Narrenschiff“ ein, an ihrem Schabernack teil zu haben und ihren Geschichten zu lauschen.
Wie es sich gehört, wird zu Beginn das Volk auf die „ungewaschenen, stinkenden Kerle“ aufmerksam gemacht, um gleich mit „Falkenlied“ die Stimmung aufzulockern.
„Viele liebe Grüße“ sand einst Oswald v. Wolkenstein (1377 – 1445) seiner Süßen und nun tragen Lumpenmichel und seine Mannen ihren fröhlichen Gruß in die Welt hinaus.
„Der Wasserkrug“ beginnt als etwas wehmütige Ballade um ein armes Mädchen, das nicht nur vom Leben geschlagen ist. Doch am Ende... nein, das verrate ich nicht :-)
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) inspirierte Spectaculatius, das instrumentale Stück „Wo der Dudelsack brummt“ aus der Bauernkantate ganz schlicht und einfach mit Bock und Drehleier zu spielen, ohne einsilbig oder langweilig zu klingen. Zum tanzen laden ebenfalls die beiden instrumentalen Stücke „Bayrisch Welscher Bauerntanz“ und „Ramnasouli“ ein, wobei Ramnasouli die Bezeichnung einer orientalischen Gemüsetasche ist und aus Sven Störenfrieds eigener Feder stammt... das Lied, nicht die Gemüsetasche ;-)
Mal etwas ganz anderes steckt hinter „Lomir sich iberbetn“, denn der stete Tempowechsel sorgt immer wieder für Überraschungen. Es ist zwar schwer, das traditionelle jiddische Stück zu verstehen, doch Dank der Übersetzung im Booklet ist dieses Problem schnell gelöst. Ist die Rede in diesem Lied noch von „Versöhnung“ heißt es schon bald: Vorsicht, böse Zungen. In „Klatsch von Heuer“ wird kein Blatt vor den Mund genommen und manch Tratschweib hat wieder etwas zu erzählen.
Ironisch aber auch ehrlich bringen die Musiker in dem Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer (1825 – 1989) „Wir schnitten die Saaten“ oder „Zenner Greyner“ aus dem Glogauer Liederbuch, die Sache mit dem Laster und der Sünde auf den Punkt. Im Gegensatz dazu sprudeln „Vier Musikanten“ fröhlich über vor Wein, Weib und Gesang. Auch das Leben der „Drei Zigeuner“ war nicht zu verachten. Lieben sie doch die Einfachheit und müssen sich dennoch vor Neidern in Acht nehmen. Viel schlechter ergeht es dem „Leiermann“ und die traurigen Melodien in dieser Ballade unterstützen das Gefühl des Mitleids ihn.
Die vier Rheinländer greifen nicht, wie viele ihrer Musikerkollegen (die einen besser, die anderen schlechter) zu Verstärker und E-Gitarre, sondern stürzen sich voller Enthusiasmus auf ihre historischen Instrumente und geben mit viel Witz und Charme ihre Stücke zum Besten - ganz im Sinne von Markt, Musik und guter Laune.
Dabei bedienen sie sich nicht nur an Vorlagen von Sebastian Brands (1457-1521) „Das Narrenschiff“, sondern schöpfen weit in das Fass traditionellen Liedgutes. Ein schönes Album, das das mittelalterliche Flair wieder an den Wurzeln greift und etwas näher bringt.
www.eulenthal.org
ORKUS Juli/August 2006
In Zeiten wie diesen, in denen immer mehr Bands mit mittelalterlichem Flair nur so aus dem Boden sprießen, ist es gut zu wissen, dass sich einige alteingesessene Spielleute weiterhin hartnäckig auf den wackeligen Bühnenbrettern halten. Eine dieser Gruppen sind Spectaculatius, die seit 1998 ihren Schabernack treiben und nun ihr drittes Album veröffentlichen. Ebenfalls beruhigend ist die Tatsache, dass die vier Rheinländer nicht - wie viele ihrer Musikerkollegen (die einen besser, die anderen schlechter) - zu Verstärker und E-Gitarre greifen, sondern sich voller Enthusiasmus auf ihre historischen Instrumente stürzen und mit viel Witz und Charme ihre Stücke zum Besten geben, ganz im Sinne von Markt, Musik und guter Laune. Dabei bedienen sie sich nicht nur an Vorlagen von Sebastian Brands (1457-1521) Das Narrenschiff, sondern schöpfen weit in das Fass traditionellen Liedgutes. Hervor sprudeln lustige Melodien wie Viel liebe Grüße (Oswald v. Wolkenstein), Vergangen ist der Winter (Carmina Burana) oder Falkenlied (Mönch v. Salzburg), die beim Hören sofort die Lust auf Mittelaltermarkt wecken.
Zillo
Mittelalterbands gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Dennoch haben es Spectaculatius es geschafft, sich ihre eigene Niesche zu sichern. Produziert von Roland Kempen (Die Streuner), der auch schon den beiden Vorgänger-Alben des Quartetts den letzten Schliff gab, gelingt es diesem Album, die Mittelalterstimmung pefekt einzufangen. dabei sind die 16 Tracks nicht nur von der Instrumentierung und dem Tempo abwechslungsreich, sondern stammen dazu noch aus den verschiedensten Perioden. Vom viezehnten bis zum 18. Jahrhundert ist alles vertreten. Mit "Vergangen iste der Winter" wurde auch ein Text der Carmina Burana vertont, wobei hier die ungewöhnliche Herangehensweise an das Ursprungsmaterial besonders deutlich wird, hat die Band sich doch die Mühe gemacht, die lateinischen und mittelhochdeutschen Texte ins Neuhochdeutsche zu übersetzten, was hervorragend funktioniert. Wie im letzten Album, darf natürlich auch ein traditionelles jiddisches Stück nicht fehlen, welches sich nahtlos in die bunte Mischung einfügt, zu der mit "Wo der Dudelsack brummt" u.a. auch ein Stück aus Johann Sebastian Bachs Bauernkantate zählt. Das ansprechend gestaltete Booklet gibt Einblick in die Hintergründe der einzelnen Songs, und dort erfährt man auch woher Covenant Ihre Inspiration zu "Der Leiermann" haben, denn selbiges Stück wird hier endlich auch mal von einem echeten Leiermann mit einer richtigen Leier gespielt. Kurzum, ein interessantes Album für gesellige Mittelalterabende.(Palaser)
Magister Rothers www.altamura.de
Dass Weise und Narren immer nahe beieinander sind, gilt als mittelalterliche Binsenweisheit, die manch einer in unseren Tagen mit Blick auf die Große Koalition wiederzubeleben versucht ist. Wenn uns jetzt jedenfalls ein Album mit einer von Sebastians Brants Narrenschiff inspirierten Grafik ins Haus flattert, lohnt es sich auf jeden Fall, zweimal hinzusehen. Brants humanistisch-satirische Dichtung, entstanden am Scharnier zweier Zeiten, Mittelalter und Neuzeit, besitzt einigen Aussagewert auch für den heutigen Menschen, der sich ja durchaus bewusst ist, in einer Periode des Umbruchs zu leben. Kann man zu einem solchen Thema flotte Musik machen? Nun, mit Sicherheit nicht jedermann, aber sie können es.
Sie sind wieder da, die geliebten Speckies. Grinsegreis und die seinen vom Ensemble "Spectaculatius", die sich wie niemand sonst darauf verstehen, bündisches Liedgut der Romantik als "Mittelalter" zu verkaufen. Und das ist auch gut so, denn das ganze persönliche "Mittelalter", das sich Grinsegreis, Lumpenmichel, Sven Störenfried und John McHeckmeck gemeinsam erobert haben, ist eben schlicht überzeugend.
Allerdings haben sich die Musikanten aus dem Rheinischen auf ihrem vierten Silberling, eben "Das Narrenschiff" betitelt, stärker als auf den Vorgängern auf tatsächlich mittelalterliche Vorlagen besonnen. So finden wir den Mönch von Salzburg neben Oswald von Wolkenstein ("Vil liebe grüeze süeze" gehört zu den am häufigsten aufgeführten Titeln des späten Minnesangs), doch auch Conrad Ferdinand Meyer und Wilhelm Müllers "Leiermann", in der Vergangenheit bereits von Electro-Recken "Covenant" und Hannes Wader intoniert. Auch ein jiddischer Text ist wiederum dabei - niemand vermag das so beschwingt vorzutragen wie die Speckies. Ihre große, noch immer wachsende Fangemeinde hat die vierköpfige Heimsuchung aus Euskirchen nicht ohne Grund. Musikalisch ist der Band mit der Verpflichtung mit Produzent Roland Kempen eine weitere Professionalisierung gelungen. Der Sound ist bedeutend konzentrierter als zuvor, reduziert, nahezu transparent und hebt sich damit durchaus wohltuend von einigen anderen Kempen-Protegés ab. Schon jetzt dürfen wir gespannt auf Phase V des Spectaculatius-Oeuvres warten.
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Rezensionen zur
CD
"Wir sind die
armen Schwartenhäls..."
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Pax et gaudium Nr. 13 Nov/Dez
2003
Es ist wieder Stimmung zu Banketten und Märkten
angesagt. Und das Repertoire von SPECTACULATIUS ist genau darauf
abgestimmt. Die Texte sprechen die Zuhörer verständlich
an und bringen sie immer wieder auch zum Schmunzeln. Akkustische
Instrumente bilden die Basis.
Im Booklet der ersten CD beklagt sich die Gruppe,
das die Deutschen ein gehemmtes Verhältnis zu ihrer (echten)
Volksmusik haben. Dem hält die Gruppe auch diesmal wieder
11deutschsprachige Lieder von insg. 14 Titeln entgegen. Die Stücke
stammen allerdings aus der Neuzeit, insofern kommen Liebhaber
der Musik des Mittelalters nicht ganz auf ihre Kosten. Dies hat
jedoch den Vorteil, das die Texte für jeden verständlich
sind. Zusammen mit der sehr unterhaltsamen stimmungsfördernden
Darbietung gehört die CD zum Feiern einfach dazu.
Karfunkel Nr. 47 Aug/Sept
2003
Vier freche Spielleut, aus dem Raum der ehem.
Bundeshauptstadt kommend, haben sich mit ihrer zweiten CD daran
gemacht, den tristen Winter auszutreiben um die Freuden des Maien
und damit der Liebe, des Feierns und des Singens in die Stadt
zu bringen, aber auch manches Mal zum Nachdenken zu gemahnen.
Nicht ausschliesslich mittelalterlich, bedienen sie sich dabei
hauptsächlich traditioneller Liedlein vom 16. - 19 Jhd. mit
respektlosem oder politischen Inhalt und scheuen auch nicht vor
Volksmusikklägen zurück. Neben Weisen aus Masuren und
Franken oder einem jiddischen Stücklein, erklingt selbst
ein witziges Schuhplattlerpotpourri aus dem beanchbarten Österreich.
Dies alles wird charmant und voller Spaß an der Freud´
von den "armen Schwartenhäls" dargebracht, ohne
all zu sehr ins Derbe abzudriften. Übrigens lässt auch
Produzent Roland Kempen - Streuner-Mitglied - die Stil-Richtung
des Silberlings erahnen, wobei der augenzwinckernde Humor dieses
Quartetts noch besser bei Live-Auftirtten zur Geltung kommen soll.
Folker Nr. 06.03 Nov/Dez
2003
Die zweite CD ist eine Mischung von allen möglichen
Songs die eigentlich überhaupt nicht zusammenpassen. Küchen-
und Seeräuberlieder (häää???? der Verf.)
Mittelalter- und Renaissancestandards bis hin zum Uralt-Folk.
Vieles ist auf Mitsingen getrimmt, kommt zur späteren Stunde
nach einigen Bieren in der Schänke bestimmt gut. (haben
wir ausprobiert - STIMMT! der Verf.) Das CD-Cover ist witzig,
allerdings fehlen die Texte auf dieser typischen Deutsch-Folk-CD.
www.magister-rother.de
Spectaculatius sind wieder da! Wer bereits das
Debütalbum der rheinisch-mittelalterlichen Frohnaturen "Als
Lumpen tun wir fahren" sein Eigen nennen darf, wird diese
Nachricht mit großer Freude begrüßen, denn Spectaculatius
sind etwas Besonderes. Das begeisterte Ja zum Genre der Mittelaltermarktmusik
verknüpfen sie mit einem sehr bewussten, kritischen Geist
in der Auswahl und Interpretation ihrer Stücke.
Wurde auf Als Lumpen tun wir fahren unter Anderem eine Auswahl
von Stücken aus dem Umfeld der liberalen Bewegung der 1848er
vorgestellt, haben sich Grinsegreis der Schalk und seine Gefährten
auf ihrer uns nun vorliegenden neuen Veröffentlichung "Wir
sind die armen Schwartenhäls" schwerpunktmäßig
frühneuzeitlicher Volkslieder aus unterschiedlichen deutschen
oder ehemals deutschsprachigen Regionen (Mecklenburg, Österreich,
Masuren) angenommen, die sie auf überzeugende Weise zu einem
organisch wirkenden Ganzen zu verschmelzen wissen. Eindeutiger
Höhepunkt der CD ist dabei Titel 8, das beschwingt-flotte
jiddische Volkslied Tog ojs, Tog ajn.
Vom Sound ihres Vortrags her beherrschen es Spectaculatius von
jeher, sowohl konzentriert als auch schwärmerisch zu klingen.
Der große Vorteil dabei: Der Hörer kann die oft unbekannten
und fast immer fremdartigen Texte verstehen, was ihm von manchem
Marktensemble a la fünfzehn Dudelsäcke und ein Mensch
singt und schreit etwas dazu, das möglicherweise irgendwas
mit dem Mittelalter zu tun haben könnte unmöglich gemacht
wird.
Gleichzeitig - und auch das kann nur angemessen sein - gehören
Spectaculatius zu den ganz wenigen Ensembles ihrer Zunft, die
auf ihren Tonträgern nicht durch ein Übermaß an
Produktion und künstlichem Hall auf einmal ganz anders klingen als beim Livevortrag: Marktmusik im Ulmer Münster braucht es ja nun wirklich nicht. Eine Versuchung, der Spectaculatius konsequent widerstehen. Ein schönes Album!
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Rezensionen zur CD
"Als Lumpen tun wir fahren"
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Pax et Gaudium Nr. 5 Nov 2001
In einer Zeit, in der nicht wenige
CD´s veröffentlicht werden, lassen seltene Produktionen
den interessierten Hörer erstaunt aufhorchen. So ein seltener
Fall ist die erste Scheibe der jungen "Spielleyt des Mittelalters",
SPECTACULATIUS.
Als Gruppe häufig auf Konzerten
anzutreffen und dabei überaus erfolgreich, entschlossen sie
sich nun, auch den Weg einer eigenen CD zu wählen und vertrauten
sich dazu dem in der Szene bekannten Produzenten für historische
Musik, Roland Kempen - bekannt auch durch seine Gruppe "Die
Streuner" , - an.
Kempen verlangte der Gruppe einiges
ab, doch gelang es, das vielseitige Repertroire der vier Jungs aus
Bonn und dem Raum Euskirchen herauszustellen, ohne die Stimmung
und die überaus rustikale Ader der Combo zu verfälschen.
Klanglich ein Ereignis ist das Ergebnis dieser Scheibe zur Oberliga
dieser Musikrichtung zu zählen.
In den Stücken, die zeitlich
vom Spätmittelalter bis in die Renaissance reichen, kommen
Instrumente wie Bouzouki, Drehleier, Trommeln und Schlagwerk, Rauschpfeifen,
Dudelsäcke, Holzquerflöten und Lauten zum Einsatz. Dazu
viel Gesang, der in den Refrains oft mehrstimmig arrangiert wurde.
Dies alles erschafft eine so stimmungsvolle Atmosphäre, daß
jeder Liebhaber historischer Musik die Replay-Taste zu schätzen
weiß.
Karfunkel Nr. 35
Aug/Sept 2001
(CD-Kritik ???? - der Verf.)
Die erste CD der Gruppe erscheint
in diesen Tagen im Vertrieb von Musik + Tanz, Susanne Rühling,
produziert von Roland Kempen. Was so manchen MA-Musikern nach Jahrzenten
noch nicht gelang, das schafften die Jungmusiker der Gruppe (Name
als Warenzeichen geschützt) auf Anhieb: Um die Halbe Welt jetteten
die vier zu einem Konzert nach Brasilien, wohin man sie im Mai einlud.
(Schade, daß die Karfunkel
gar nicht geschrieben hat, wie ihnen die CD gefallen hat !!!!???
- der Verf.)
Folker Nr. 5
Sept/Okt 2001
Alter Wein in neuen Schläuchen
.... Anders ausgedrückt: Mittelaltermucke hochmodern produziert.
Die Vagantengruppe aus Euskirchen tat gut daran, sich von Roland
Kempen, Mastermind und Produzent der musikalisch ähnlich orientierten
Spielmannsgruppe "Die Streuner" produzieren zu lassen
und ihn gleich noch als Gastsänger zu verpflichten. Die CD
klingt absolut professionell, sauber und abwechslungsreich arrangiert
und musikalisch gekonnt eingespielt, auch wenn sich gelegentlich
ein gewisses Deja-vu-Gefühl einschleicht. Grinsegreis der Schalk
(Reiner Jungmann) an Bouzouki, Cister, Mandriola, Drehleier, Gesang;
Sven Störenfried (Marco Cziba): Rauschpfeifen, Schalmei, Flöten,
Gesang; John McHeckmeck (Oliver Freischem): allerlei Schlag- und
waschwerk, Gesang; Michel von der Bingelweide (Michael Bingler):
Gesang, Laute, Flöten, Dudelsäcke liefern eine hörenswerte
Sammlung mittelalterlich anmutender Sauf-, Rauf- und Liebeslieder
mit Meldodien aus dem europäischen Raum, von der Brahmsbearbeitung
(Komm mein Liebchen, komm) bis zur galizisch-inspirierten Eigenkomposition
"Dervish". Kann man hören !!
www.magister-rother.de
Echte Mittelaltermarktmusik muß
man live gehört und gesehen haben, das weiß ein jedes
Kind, das schon einmal ein mittelalterlich' Spektakulum besucht
und erlebt hat, doch manchmal ist es dennoch möglich, ihre
sehr eigene Stimmung auf einer CD einzufangen.
Dabei ist Mittelaltermarktmusik ein Ding sehr eigener Art. Sie ist
sehr bewußt keine eigentlich mittelalterlicher Musik, das
wissen Künstler wie Corvus Corax, Furunkulus Bladilo oder eben
Spectaculatius sehr wohl und deswegen sind alle Unkenrufe aus der
Authentizitätsfraktion im besten Falle unangebracht, im schlimmsten
Falle entlarven sich derlei Kritiküsse selbst als humorlose
Sauertöpfe.
Die Marktmusiker sollte das jedenfalls nicht irritieren.
Mit "Als Lumpen tun wir fahren" legen Spectaculatius ihr
CD-Debüt vor und zeigen hier eine durchaus beeindruckende Vielfalt
schon in der Auswahl des musikalischen Materials das eben vom höfisch-frommen
Mittelalter (Ecco la prima vera / La rotta ist die neben Greensleeves
wohl am häufigsten eingespielte mittelalterliche Melodie überhaupt)
bis ins 19. Jahrhundert der Romantiker, Sängerschaften und
liberalen Männerbünde reicht.
Die vier Musiker um Reiner Jungmann aka "Grinsegreis der Schalk"
tragen auf "Als Lumpen tun wir fahren" dieses Repertoire
mit ihren Leiern, Lauten, Schalmeien, Pfeifen und Trommeln derart
überzeugend und voller Verve vor, daß der gefesselte
Hörer den Melange-Charakter des Stoffes spätestens nach
dem dritten Stück überhaupt nicht mehr wahr nimmt. Spectaculatius
ist das gelungen, was oberstes Ziel des "lebendigen Mittelalters"
sein sollte: Sie bringen historische Vorlagen nicht einfach zu Gehör,
sondern erobern sie für sich, um sie aus sich heraus für
sich und ihr Marktpublikum neu zu interpretieren.
Sie tun dies auf eine höchst sympathische, intuitive Weise,
doch nicht etwa unreflektiert und ohne tiefere Absicht. Es ist Spectaculatius
- und das unterscheidet sie durchaus von vergleichbaren Ensembles
- durchaus ernst mit der Vergangenheit und der unterschiedlichen
Einflüsse auf ihre ganz eigene Interpretation der vielgescholtenen
und kritisch beäugten "Folklore" sind sie sich sehr
wohl bewußt.
So sind Spectaculatius letztendlich viel mehr als bloße Unterhaltung.
Sie sind vielmehr ein sehr wichtiges Ensemble für jeden, der
sich mit dem musikalischen Zugang des Marktmittelalters zur Vergangenheit
auseinanderzusetzt.
www.r-i-b.net
Bei „Spectaculatius“
handelt es sich nicht etwa um Weihnachtsgebäck, sondern vielmehr
um eine bei deutschen Mittelalter-Fans schon wohlbekannte vierköpfige
Folklore-Band. Ursprünglich inspiriert vom Irish Folk, wurden
die Jungs um Sänger Michel von der Bingelweide alias Michael
Bingler Mitglieder der Mittelalter-Szene, die mittlerweile durch
die immer beliebteren Mittelaltermärkte einem breiten Publikum
bekannt wird.
Doch Spectaculatius verstehen sich eher als Bewahrer
der historischen deutschen und europäischen Folklore denn als
reine Mittelalter-Band. Sie möchten unser altes Kulturgut erhalten
und unseren „amerikanisierten“ Ohren zugänglicher
machen.
So bietet auch ihre erste, bereits im Jahr 2001
veröffentlichte CD „Als Lumpen tun wir fahren“
einen Querschnitt durch rund 700 Jahre europäischer Musikgeschichte.
Die CD umfasst 15 Stücke, darunter zwei Eigenkompositionen
des Sängers, der auch bei den meisten Stücken an Musik-
oder Textarrangements mitgearbeitet hat. Musik und Texte stammen
aus so unterschiedlichen Regionen wie Italien, Mazedonien, Spanien
und natürlich Deutschland und erstrecken sich über mehrere
Epochen – vom Mittelalter über die Renaissance bis ins
19. Jahrhundert. Spectaculatius machen ausschließlich Gebrauch
von traditionellen historischen Instrumenten wie Lauten, Trommeln,
Dudelsäcken und Schalmeyen. Arrangements und Gesang sind bewusst
einfach gehalten. Dadurch wirken die Stücke nicht nur angenehm
authentisch, sondern animieren auch zum Mitsingen. Binglers Stimme
ist niemals aufdringlich oder gekünstelt und passt sich immer
sehr gut an das jeweilige Stück an. Die Bandbreite der Lieder
reicht von schalkhaft-derb und anzüglich („Als Lumpen
tun wir fahren“, „Mönch und Nonn“) über
nachdenklich-gesellschaftskritisch („Hier im Ort“, ein
Lied aus den revolutionären 1840ern) zu beschwingt-heiter („Unterm
Lindenbaum“). Mit „Dervish“, „Ecco la prima
vera“ und „Skudrinka“ sind auch drei rein instrumentelle
Stücke vertreten, von denen besonders das fröhliche „Dervish“
Lust darauf macht, das Tanzbein zu schwingen.
Mein absolutes Lieblingsstück ist jedoch „Der König
und der Bettler“, eine wunderbar melancholische Eigenkomposition
des Sängers, vorgetragen von einer sehr natürlichen, sanften
und gefühlvollen Frauenstimme (die übrigens auch in „Komm,
mein Liebchen“ mit von der Partie ist). Von dieser Dame werden
wir hoffentlich in Zukunft noch mehr hören.
Fazit: Mit dieser CD haben Spectaculatius ihr erklärtes
Ziel, den Leuten Spaß an historischer europäischer Musik
zu vermitteln, mühelos erreicht. „Als Lumpen tun wir
fahren“ eignet sich nicht nur sehr gut zum Von-Vergessenen-Zeiten-Träumen
oder Mitsingen, sondern selbstverständlich auch als musikalische
Untermalung zu diversen historischen oder Fantasy-Rollenspielen.
Sehr empfehlenswert.
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